Auf einer Reise durch den Schwarzen Kontinent kann man sich nicht nur von der Weite des Landes, der überwältigenden Schönheit der Natur und von den befremdlichsten kulturellen Erscheinungen beeindrucken lassen, sondern auch den ganz alltäglichen Dingen, wie z. B. von der Art und Weise, wie man sich dort zum Schlafen legt. Inzwischen hat sich zwar auch bis ins entlegenste Dorf herumgesprochen, dass es so etwas wie Matratzen und Betten gibt, aber noch immer schlafen die Angehörigen vieler Naturstämme vorzugsweise auf dem Boden oder auf geflochtenen Pflanzenmatten. Eine Matratze oder ein Bett würde in den kleinen Hütten nur Platz wegnehmen und würde dort auch durch die extremen Witterungseinflüsse wie lange Trockenheit und Staub oder Regenzeit und hohe Feuchtigkeit schnell unbrauchbar werden. Manchmal muss eine Matratze für die ganze Familie reichen, hier legt man sich sozusagen abwechselnd zum Schlafen nieder. Während nachts die Kinder und Frauen schlafen, halten die Männer Wache und legen sich dann am Morgen auf die Matratze, wenn die Frauen und Kinder aufstehen.
In den Städten hat man sich natürlich den Gewohnheiten der Zivilisation ergeben und so sind nicht nur erstklassige Hotels mit Designerbetten von Hasena oder kleine Herbergen mit richtigen Federkernmatratzen ausgestattet. Auch in den ärmeren Wohnvierteln kann sich Dank vieler Spendenaktionen fast jeder über eine eigene Matratze freuen, wobei es den Besitzern hier völlig gleich ist, ob diese einen Federkern oder einen Latexkern hat, aus Schaumstoff oder Rosshaar besteht. Bei einem Streifzug durch die afrikanischen Schlafzimmer kann man sozusagen die gesamte Palette und Vielfalt der Matratzenherstellung von ihren Anfängen bis in die Gegenwart nachvollziehen, weil sich hier natürlich nicht jeder alle paar Jahre eine neue Matratze leisten kann und die alten Matratzen auch nicht entsorgt, sondern an noch Bedürftigere weitergegeben werden. Zum Schluss enden sie dann auf dem Hof oder auf der Straße als Spielmatte für die Kinder oder zur Ersatzteilgewinnung.