Die Geschichte Simbabwes

Bis in die Eisenzeit hinein war das Gebiet des heutigen Simbabwe von Jägern und Sammlern bevölkert, die in egalitären Gruppen von schätzungsweise maximal etwa 200 Personen umherstreiften. In der Eisenzeit sorgten vornehmlich aus dem Norden einwandernde Völker für die Verbreitung von Töpferei, Ackerbau und Viehzucht. Eine beliebte kulturhistorische Attraktion auf Rundreisen durch Simbabwe ist die Steinbausiedlung Great Zimbabwe, deren Blütezeit vermutlich in der ersten Hälfte des letzten Jahrtausends bestand. Als die ersten Europäer die Stadt entdeckten, war sie bereits verlassen. Sie ist eine der größten antiken Stätten von ganz Afrika, und das Wort Simbabwe lässt sich ungefähr mit Steinhäuser oder Steinpalast übersetzen.

Die ersten Europäer in Simbabwe waren portugiesische Seefahrer, und mit deren Ankunft beginnt die schriftliche Aufzeichnung der Geschichte Simbabwes. In der Zwischenzeit hatten sich einige einflussreiche Dynastien entwickelt, die regen Handel mit den Anrainerstaaten des Indischen Ozeans und sogar mit China trieben. Die Portugiesen beanspruchten das neuentdeckte Territorium, errichteten aber kein gefestigtes Staatsgefüge. Briten und Buren begannen sich im neunzehnten Jahrhundert für das Staatsgebiet des heutigen Simbabwe zu interessieren. Der Kolonialhändler und Abenteurer Cecil Rhodes erwarb von den lokalen Königen nach und nach immer mehr Schürfrechte, um Edelmetalle abzubauen. Die Hauptstadt Harare wurde von Rhodes gegründet. Die Völker der Ndebele und der Shona setzten sich insbesondere 1896/96 gegen die zunehmende Beanspruchung ihres Landes mit Gewalt zur Wehr, allerdings erfolglos. Das riesige Territorium des Cecil Rhodes wurde 1911 in Süd- und Nordrhodesien (heute Sambia) aufgeteilt.

In Südrhodesien bestimmte eine europäische Minderheit die Geschicke. Die Einheimischen wurden immer mehr in ertragsarme Gebiete verdrängt, so dass die Formierung von Unabhängigkeitsbewegungen nur eine Frage der Zeit war. 1979 luden die Briten die verfeindeten Lager zu einer Konferenz nach London, um einen Kompromiss auszuhandeln. In den ersten freien Wahlen 1980 setzte sich Robert Mugabe durch, da er viel Rückhalt bei der größten Volksgruppe genoss, den Shona. Das neue Staatsoberhaupt entpuppte sich allerdings als skrupelloser Diktator.