Simbabwe - Bulawayo, Victoria Falls

16.1.03 Bulawayo
Wir besuchen das Museum in der Stadt, Es gibt umfangreiche Dokumentationen zur Geschichte von Simbabwe, zur Natur und vieles mehr. In der Limerick-Street soll es laut "Reise-Know-How" eine Unterkunft bei Anne und Peter Hutton geben.

Da darauf hingewiesen wird, dass Anne Hutton aus Deutschland stammt fahren wir hin, um uns das Ganze anzusehen. Doch bereits am Gartentor empfängt uns ein Schild mit Kleinanzeigen und verschiedenen Warnhinweisen: "Sorry, no accomodation" (Entschuldigung, keine Unterkunft).

Im Lauf des Tages kommt unsere Benzinlieferung. Aus dem Kofferraum einer englischen Limousine, Baujahr 1960 werden ein altes 20-Liter Blechfass und ein Plastekanister ausgeladen. Beide Behältnisse sind vom Hersteller sicher nicht für Benzin vorgesehen.

Mit dem Inhalt tanken wir unseren Toyota randvoll. Der Rest kommt in einen Plastkanister, den uns unsere Gastgeber für die Fahrt zu den Victoriafällen leihen. Zum Tanken wird stets ein kleiner Stock benötigt. Der Tankstutzen des Autos ist innen mit einer Klappe verschlossen, die normalerweise bei Tanken zur Seite gedrückt wird. Aber an vielen Tanksäulen ist der Durchmesser der Zapfpistole zu groß um sie bis an die Klappe zu bekommen, beim Tanken aus dem Eimer gibt es ohnehin keine Zapfpistole.

Also muss mit einem Stock der Durchfluss hergestellt werden, sonst läuft alles daneben. Bei dieser Gelegenheit erweitert sich mein englischer Wortschatz, denn wir brauchen einen "funnel" - Trichter, den wir aus einer alten Plasteflasche herstellen. Nachdem alles umgefüllt ist, wechselt ein dickes Geldscheinbündel den Besitzer. Die größten Banknoten, die wir haben sind 500 Zim-$ - entspricht 42 Cent. Wert des Benzin: 40 Euro.

17.3.03 Bulawayo - Victoria Falls
Wie immer versuchen wir so zeitig wie möglich aufzubrechen, meist wird es aber neun oder zehn bis wir abfahren.

Die Entfernung Bulawayo - Vic.-Falls beträgt ungefähr 400 km. Bei 200 km befindet sich das Halfwayhouse. Eine Raststätte mit Tankstelle. Wir frühstücken, Tanken fällt wieder mal aus, die Tankwarte passen auf die leeren Zapfsäulen auf.

Ein expeditionsmäßig ausgerüsteter LKW hält neben uns. An den Seiten sind ganze Batterien von Kraftstoffkanistern befestigt. Wir wissen warum.

Weiter geht es nach Vic-Falls. Die Straße führt oft kilometerlang geradeaus. Einmal erblicken wir ca. 100 m vor uns Affen auf der Fahrbahn, die aber bei weiterer Annäherung sofort in den Baumwipfeln verschwinden, so dass Fotografieren nicht möglich ist.

Der Name der Victoriafälle bedeutet in der Sprache der Einheimischen "donnernder Rauch". Dieses Bild finden wir beim Eintreffen in Victoria Falls bestätigt. Der einige hundert Meter hinter dem Ort in die Tiefe stürzende Sambesi erzeugt eine Gischtwolke, die schon von weitem zu sehen ist. Das "Donnern" ist ein im gesamten Ort gegenwärtiges Rauschen.

Im "Victoria Falls Backpacker" werden wir - wie sollte es anders sein - von mehreren Großen Hunden begrüßt. Es sind zwei ausgewachsene Boxer sowie eine Miniaturausgabe derselben. Wir sind willkommen, die Unterkunft ist bitte in US-$ zu zahlen. Simbabwe-$ sind auch möglich aber dann rechnet der Hausherr zum Schwarzmarktkurs um.

Auf Anfrage werden auch unsere Euro gern genommen. Macht 9 Euro pro Person und Nacht. Benzinanfrage zwecklos. Zu Fuß geht es in den Ort wo wir ständig von Händlern und Schleppern bedrängt werden. Geschnitzte Nilpferde und anderes Getier, Geldumtausch, Hubschrauberflüge alles im Angebot.

Da wir uns entschieden haben einen Hubschrauberflug über die Fälle zu machen, gehen wir mit in eines der Büros. Die Preise betragen fast überall 75 US-$, in bar zu zahlen. Wir wollen aber nicht soviel Bargeld ausgeben und fliegen daher nur wenn wir mit Visa-Card zahlen können. Das ist aber aufgrund der derzeitigen verworrenen Währungssituation nicht möglich.

So ziehen wir weiter in ein seriös wirkendes Reisebüro und fragen dort nach. Nach einem Telefonat erklärt uns die Dame, dass wir wie gewünscht fliegen können. Dazu müssen wir aber über die Grenze, nach Sambia auf die andere Seite der Fälle. Irgendwelche Gebühren oder Formalitäten sind dazu nicht erforderlich, nur die Pässe bleiben in der Grenzstation liegen.