Endlich haben wir alle Kassen passiert und geben am Ausgangstor unseren Gate-Pass wieder ab. Wir dürfen passieren und sind in Simbabwe. Unmittelbar hinter dem Tor, noch in Sichtweite der Beamten stehen Ansammlungen von Jungs und Männern die dicke Geldscheinbündel gegen die Autoscheiben drücken.
Wir tauschen natürlich nicht, man hört ja so einiges wie man beschissen werden kann. Scheinbar wird aber nichts dagegen unternommen, zumal überall auf Aushängen zu lesen ist, dass Geldwechsel ein Vorrecht des Staates und unautorisierter Umtausch strafbar ist.
Naja, egal Gas geben und ab durch Afrika Richtung Bulawayo. Im erstengrößeren Ort gehen wir in eine Bank um Geld zu tauschen. Eine Tafel mit den Umrechnungskursen hängt auch aus. Als wir an der Reihe sind, bekommen wir aber kein Geld, sondern die Mitteilung, dass in der Bank kein Geld gewechselt wird, wir sollen mal mit nach nebenan gehen.
Das Hinterzimmer des Nachbarhauses, in das man uns führt ist aber genauso wenig vertrauenerweckend wie die Geldwechsler am Straßenrand. Wir lehnen dankend ab und fahren weiter. Irgendwo wird es ja wohl eine legale Umtauschmöglichkeit geben! Im nächsten Ort finden wir sie auch in Form eines Geldautomaten.
Laut Aufkleber ist die Auszahlungssumme auf 20.000 Simbabwe-Dollar begrenzt, was wir mittels Visa-Card auch in Anspruch nehmen. Unterwegs kommen wir an einigen Tankstellen vorbei, die aber entweder die Zufahrt mit Sperrkette verschlossen haben, oder auf aufgestellten Tafeln mitteilen: "no fuel" - kein Benzin - Versuch zwecklos. Manchmal stehen auch Autos in bis zu 100 m langen Warteschlangen vor den Tankstellen. Die meisten Wagen sind allerdings nicht besetzt.
Irgendwann scheint es aber doch Benzin zu geben, vielleicht haben wir mal Glück. In Bulawayo fahren wir zum "Afrika-Sun-Backpacker", die Unterkunft deren Beschreibung mir im Magazin "Tourismus News" am besten gefallen hat.
Es ist eine außerhalb der Stadt gelegene Villa mit Pool.

Das ist erstmal am wichtigsten, nach ca. 6 Stunden im Auto bei 40°C. Am zweitwichtigsten sind Bezugsmöglichkeiten für Bargeld und Benzin, den die 20.000 Zim-$ aus dem Automaten reichen sicher nicht allzu lange. Und wenn wir kein Benzin bekommen, müssen wir wieder umkehren, denn wir sind an dem Punkt, wo das Benzin gerade noch für den Rückweg zur letzten Tankstelle nach Messina reicht.
Zwei Telefonate und wir haben wieder Hoffnung. Es heißt zwar "there is no fuel in Zimbabwe" - kein Benzin in Simbabwe, aber es heißt auch "everything on black market" - alles auf dem Schwarzmarkt. Geld bekommen wir auch zum Schwarzmarktkurs getauscht so ca. 1:1200. Aus der Bank und dem Internet sind mir aber Zahlen von 1:50 - 1:55 in Erinnerung. Das wäre das Zwanzigfache. Das kann doch nicht sein. Die werden uns doch nicht 363 Euro abbuchen für Geld das die Kaufkraft von 25 Euro hat.
Haben sie aber doch.
Das kommt davon, wenn man immer alles richtig und legal abwickeln will. Die Benzinlieferung soll am nächsten Tag eintreffen. Wir benötigen aber zusätzlich zum vollen Tank noch ca. 30 Liter um von unserem geplanten Ziel, den ca. 400 km entfernten Victoriafällen auch wieder bis Bulywayo zurückzukommen. Und dann brauchen wir wieder Nachschub um Mosambik zu erreichen. Aber darum kümmern wir uns später. Zum Backpacker gehören 5 Hunde. Der Größte ist ein Rhodesian Ridgeback und man ruft ihn, wohl aufgrund seiner tiefschwarzen Fellfarbe, Toner. Wahrscheinlich ein Einfall von Touristen..