14.1.03 Messina
Gegen 9.00 Uhr werden wir ungeduldig da Hertz sich noch nicht wieder gemeldet hat. Als ich das dritte Mal die Servicenummer anrufe heißt es, dass ein Mitarbeiter unterwegs ist.
Im Straßencafe gegenüber verbringen wir die Wartezeit im Schatten einer Markise bei kaltem Bier, immer unser Auto im Blick. Kurz vor Mittag trifft dann tatsächlich ein Hertz-Toyota-Tatz ein. Obwohl der Golf im Moment wieder problemlos anspringt, stimmt der Herr von Hertz mir zu, dass die Batterie eine Macke hat. Er tauscht die Batterien der beiden Autos gegeneinander aus unternimmt einige Startversuche und erklärt, dass das Problem behoben ist.
Da wir bei ca. 40°C in der Sonne stehen, lade ich auf ein Getränk ein. Er füllt noch einige Papiere aus und meldet Vollzug, was derart geschieht, dass er per Handy kurz die Zentrale anklingelt und sich zurückrufen lässt. Irgendwie sind seine Vorgesetzten aber mit dem Stand der Dinge nicht zufrieden.
Er bekommt die Anweisung uns das Auto zu übergeben mit dem er gekommen ist und mit dem Golf zurückzufahren. Dazu müssen wir aber auch die Batterie zurücktauschen.
Nach einer weiteren halben Stunde in der sengenden Sonne dem Umräumen unseres gesamten Gepäcks und dem Ausfüllen eines neuen Mietvertrages sind wir dann endlich fertig. Nach 1262 km haben wir anstatt des Golf I einen Toyota Tazz 130. Fast genauso groß, auch weiß aber jetzt mit Radio. Der Tazz ist eigentlich ein beliebtes Auto bei Südafrika Studienreisen von vielen Studenten.
Wir fahren die 12 km bis zum Grenzübergang weil wir wissen wollen wann morgens geöffnet wird, da wir zeitig loswollen. Der Übergang ist 24 h auf, heißt es.

15.1.03 Messina-Bulawayo
Morgens 6.30 Uhr sind wir am Grenzübergang Messina(SA) - Beitbridge (ZW). Wir versuchen möglichst zeitig unterwegs zu sein um die Morgenstunden mit ihren etwas angenehmeren Temperaturen für die Fahrt zu nutzen.
Grenzübertritt in Afrika ist etwas anders als man es von Mitteleuropa gewöhnt ist. Über die Limpopobrücke unmittelbar vor dem Grenzübergang ist erst einmal Brückenzoll fällig. Bei der Einfahrt in den Übergang bekommen wir am Tor einen kleinen Zettel, den Gate-pass für das Auto. Dann Fahrzeug parken und rein in die Station zur Passkontrolle.
Die Ausreise aus Südafrika geht einfach mit Stempel in den Pass und fertig. Die Einreise nach Simbabwe ist da schon bürokratischer. Erstens Visagebühr 30 Euro/Person. Für das Auto muss man bei der Einreise nach Simbabwe einen ganzen Haufen Formalitäten erledigen.
An Papieren haben wir lediglich einen schlecht kopierten Mietvertrag. Die Zulassungsplakette klebt bei südafrikanischen Fahrzeugen innen in der Frontscheibe. Zweitens Carbontax, eine Abgassteuer.
Berechnet wird nach Hubraum. Unser Auto heißt Toyota Tazz 130, hat wohl 1300 ccm. Das ist die kleinste Hubraumklasse (bis 1600ccm), macht 54 Rand. Drittens TIP = Temporary Import Permit (vorübergehende Einfuhrgenehmigung).
In dieses Papier sollen alle Details zum Auto rein bis hin zu Motor- und Radionummer. Das meiste entnehme ich den Mietvertrag, was nicht lasse ich weg. Überprüft wurden diese Angaben nie. Viertens Third Party Insurance (Haftpflichtversicherung). Die kostet 195,- Rand für PKW - ach nein das ist ja ein Mietwagen da kostet das 344,- Rand. So ein Mist, hätten wir vielleicht lieber dezent geschwiegen. Aber vielleicht ist es besser so, wenn doch was passiert und die Police ist nicht korrekt ...
Aber der Versicherungsverkäufer lässt mit sich reden wir bekommen einen Sondertarif von 250,- Rand. Na, wenigstens etwas. Als wir später den Beleg studieren sind darauf nur die 195,- Rand für den einfachen Tarif eingetragen.
Alle Pflichtgebühren sind für Nicht-Simbabwer in konvertierbarer Währung zu zahlen (Rand, Dollar, Euro, Pfund).