23.01.03 Masvingo - Mutare
Nach dem Frühstück ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Ich hatte doch richtig gehört 18.000 - eighteenthousend Zim-$ zzgl. Getränke. Da ist sogar noch Platz für ein Trinkgeld.
Weiter geht es nach Osten über Birchenough Bridge nach Mutare. Unser Ziel ist der südöstlich der Stadt in den Bergen gelegene Bvumba Nationalpark. Auf den letzten Kilometern bietet sich eine Abkürzung an. Wir verlassen die Hauptstraße und fahren durch ein Tal mit einigen kleineren Ansiedlungen, immer so grob Richtung Ost/Südost.
So ganz lässt sich die geplante Richtung aber nicht einhalten. Was auf der Landkarte wie eine kurze Verbindungsstraße aussieht, ist tatsächlich bis zu 20 km lang.
Hier in den Bergen geht es auch selten geradeaus, sondern serpentinenartig gleich mal in die entgegengesetzte Richtung oder es handelt sich gar um eine Buckelpiste, die zu allem Übel noch nicht mal in unserer Landkarte verzeichnet ist. Bisher haben wir stets Wert darauf gelegt uns nur auf eingezeichneten Strecken zu bewegen. Manchmal scheint der eingezeichnete Straßenverlauf nicht mit der Realität übereinzustimmen. Halb nach Gefühl - halb nach der Karte erreichen wir schließlich den Eingang zum botanischen Garten im Bvumba Naturpark.
Wir scheinen die einzigen Gäste zu sein. Am Tor wieder das gleiche Spiel, Eintritt bitte in harter Währung. Macht 15 US-$ pro Person oder den Gegenwert in Rand oder britischen Pfund. Wir haben aber nur noch 15 US-$. Können wir auch in Euro zahlen? - Euro? - Na das ist das Geld wo man jetzt in halb Europa mit bezahlt. Euro kennt er nicht. US-$, Pfund oder Rand! Wir einigen uns auf die Bezahlung zur Hälfte in US-$ und in Rand. Mit misstrauischen Blick wird die 10-Dollar Note hin- und hergedreht. Scheint hier noch nicht vorgekommen zu sein. Zum Glück haben wir das Tauschproblem bei unseren nächsten Ferien Spanien nicht.
Der relativ hohe Eintrittspreis von 15 Euro für den botanischen Garten ermöglicht es uns die wiederum sehr preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Wir beziehen unsere Unterkunft, einen Bungalow, den wir für uns allein haben. Auf Wunsch wird der außerhalb des Gebäudes gelegene Badeofen eingeheizt. Im Verwaltungsgebäude des Gartens bekommen wir die letzte auffindbare Wegekarte des Parks, ein kopiertes A4-Blatt.
Wir entscheiden uns für den mittleren der drei ausgewiesenen Rundwanderwege über ca. 2h. Aber schon an der zweiten Weggabelung kommen Zweifel über Genauigkeit unseres Planes auf. Das scheint alles nicht so ganz hinzuhauen. Aber die Landschaft ist schön und solange hin und wieder ein Wegweiser auftaucht sind wir wohl nicht so falsch unterwegs.
Wir kommen auch zu verschieden Orientierungspunkten, so z. Bsp. einem kleinen Wasserfall im Wald der mittels Hydrant an- und abgestellt werden kann. Ich glaub ich bin in MI II. Als die geplanten zwei Stunden fast um sind, ist aber immer noch kein Parkgebäude in Sicht. Eine Villa, die auf der anderen Seite des Tales gelegentlich zu sehen ist, dient als Orientierungshilfe für die korrekte Richtung.
Mittlerweile neigt sich der Tag dem Ende zu und in diesen Breiten wird es nach Sonnenuntergang sehr schnell finster. Endlich führt uns der Trampelpfad aus dem Wald auf einen breiten Weg der uns noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder in den botanischen Garten führt.

24.01.03 Mutare - Beira
Am Morgen fahren wir nach Mutare. In der glühendheißen Stadt setzten wir unsere letzten Zim-$ in Lebensmittel um. Aus dem Internetcafe wird eine Botschaft nach Hause geschickt.
Auf dem Fußweg der Innenstadt herrscht reger Betrieb. Plötzlich bückt sich ein junger Mann neben uns nach einem dicken Geldscheinbündel, das vor ihm liegt. Aus seinem Ausruf kann ich noch das Wort "Money" heraushören. Was das Ganze soll ist uns ein Rätsel. Vielleicht sollten wir abgelenkt werden, oder nach dem Aufbewahrungsort unseres Geldes tasten. Es ist jedoch nichts weiter passiert. Wir brechen Richtung Mosambik auf. Der Grenzübergang Machipanda ist ca. 10 km entfernt. Das bekannte Spiel beginnt erneut.
Erstmal mit Reisepässen bis an den Schalter den Buschbüros heranarbeiten. Zettel in Empfang nehmen und etwas vom "car" erzählen. Zettel nach besten Wissen und Gewissen (was in diesem Fall nicht viel ist) ausfüllen und wieder zum Schalter. Abgabe aller Zettel, einschließlich der, die wir bei der Einreise für das Auto bekommen haben. Aha, das Auto wird beim Zoll am Nachbarschalter bearbeitet. Die Haftpflicht bekommen wir in der Hütte nebenan. Zahlbar in Meticais oder Rand. Keine der beiden Währungen haben wir passend. Also müssen Euro getauscht werden, was wir zu einem vertretbaren Kurs erledigen.
Auch hier werden wir sofort von etlichen, herumstehenden Männern zum Geldtausch gedrängt. Als wir durch Herunterlassen der Scheibe Interesse bekunden, fliegen die Geldscheinbündel regelrecht ins Auto. Wie auf einem Basar wird der Kurs angepriesen. "12.000 for the US-$" wird uns zugerufen. Dieser Kurs ist ganz akzeptabel und wir zeigen Interesse. Wir haben zwar keine US-$ sondern Euro.
Dieser steht im Moment jedoch etwas höher als der Dollar, so dass der Händler ein noch besseres Geschäft machen würde. Als wir jedoch die Euro in Gespräch bringen fällt der Kurs rapide und wir hätten vielleicht die Hälfte des tatsächlichen Wertes bekommen. So fliegen die Geldscheinbündel wieder aus dem Fahrzeug und wir starten durch.
Das war also Simbabwe. Bei den häufigen Polizeikontrollen, sei es wegen der Fahrzeugpapiere oder mitgeführter Lebensmittel im Zusammenhang mit der Maul- und Klauenseuche hatten wir zu keiner Zeit das Gefühl schikaniert oder gar abgezockt zu werden. Stets wurden wir freundlich mit der übliche Grußformel "How are you?" empfangen. Unsere Papiere waren in Ordnung und nie wurde unter irgendwelchen Vorwänden versucht eine Strafe einzutreiben, wie man es gelegentlich von Auslandsreisenden hört.